Reiseblog - Cesenatico -

che BELLA

„Komm ein bisschen mit nach Italien.“

 

Genau diesen alten italo Schlager habe ich im Ohr, wenn ich an die italienische Adria denke.

An der italienischen Adria bei Rimini war ich als Kind nie. Vor allem Caorle, Bibione, Lido di Jesolo, Gelati, Lunapark oder den Cocobello Mann verbinde ich mit meinen Erinnerungen, wenn im Radio wieder einmal ein Italo Hit aus den 80er Jahren läuft.

Die Anreise über den Brenner geht wie immer relativ zügig und so sind wir auch ohne Stau gut an Bologna vorbeigekommen. 

 

Wer sind wir? Das wäre zum einen mein Mann, meine 13-jährige Tochter und eben ich, Mitarbeiterin bei Berchtold Reisen.


 

Nach achtstündiger Fahrt mit einigen Pausen sind wir angekommen. Wir fahren über eine kleine Brücke in Cesenatico und blicken auf den Kanal, „uih, ist das hübsch hier!“ ist mein erster Gedanke. „So eine schöne Altstadt - da müssen wir unbedingt am Abend hin“. Nach 10minütiger Weiterfahrt sind wir auch schon an unserem Ziel angekommen.

Das Hotel Michelangelo macht von außen einen sehr gepflegten Eindruck. Die Lobby ist hübsch, alles in weiß gehalten und Michela, die Dame an der Rezeption ist sehr nett und heißt uns herzlich willkommen. Das Zimmer ist bereits fertig und wir packen schnell die Koffer aus. Die Entscheidung, das Upgrade mit Meerblick und dem neuen Badezimmer zu nehmen, war goldrichtig.


Die Badesachen angezogen, gehen wir an Eisständen und Souvenirshops vorbei zu unserem Strandabschnitt, dem Lido Pipo.

 

Pipo selbst, ein braungebrannter Italiener, zeigt uns zusammen mit dessen Sohn stolz den Strand und schenkt unserer Tochter einen Strandrucksack in Farben, der Sonnenschirme. Wir bekommen einen Strandplatz in der siebten Reihe zugewiesen. Nachdem um uns herum keine Menschenseele ist, entschließe ich mich Pipo zu fragen, ob er uns auch näher am Meer platzieren könnte? Nema di problema sagte er lächelnd, worauf er uns in Reihe drei plaziert.

Pro Doppelzimmer gibt’s in Italien immer zwei Liegen und einen Sonnenschirm, weswegen einer von uns in den wunderbar warmen Sand liegen "muss". Ich opfere mich gerne freiwillig und genieße die Aussicht aufs Meer.

Nach dem verträumten Mittagsschlaf wandern meine Augen Richtung Cesenatico, wo ich am Horizont das Riesenrad erblicke und die vorgelagerten Bohrinseln wie eine Fatamorgana auf dem Meer tanzen. Tausende, verschiedenfarbige Sonnenschirme wohin das Auge reicht, dessen Liegen ausschließlich im August voll belegt sind. Ja, genauso hatte ich mir die italienische Adria vorgestellt! 

Vorbei am Bademeister, dem Salvataggio, den Beachpaddle- und Bocciaspielern rennen wir gemeinsam in das flach abfallende Wasser, in dem die ersten 50 Meter eigentlich eher zum Spielen und Toben als zum Schwimmen geeignet sind. 

Ausnahmsweise höre ich nicht den von zuhause gewohnten Satz: "Wenn man erstmal drin ist, …", denn das Wasser ist sogar für mich angenehm, weswegen unsere tägliche Beschäftigung ab heute schwimmen, spielen und ein Mittagsschlaf am Strand sein werden. Einfach nur schön und so gar nicht langweilig!


 

An den folgenden Tagen und Abenden schnappen wir uns die hoteleigenen Räder und fahren entweder Richtung Cesenatico oder in die entgegengesetzte Richtung nach Rimini.

 

In Rimini laden die hübsche Altstadt und das köstliche Eis derart zum Verweilen ein, dass die Heimfahrt mit dem Zug eine willkommene Alternative ist.

Was haben wir sonst noch so gemacht?

Jeden Tag gibt es in den kleinen Vororten einen anderen Markt. Da wären zum Beispiel Antiquitätenmarkt, Foodmarkt oder auch der Nachtmarkt!

Besonders gut hat uns der Nachtmarkt in Rosalina Mare gefallen eine Variation aus Klamotten, Essen und Kunsthandwerk.

Ein beliebtes Ausflugsziel mit dem Rad ist auch das große und schöne Einkaufszentrum Romana. Im dortigen Coop kann man auch für die Daheimgebliebenen die eine oder andere Köstlichkeit kaufen.

Ein Erlebnis ist auch der Ausflug zu den Bohrinseln vor Cesenatico mit der Möglichkeit Delfine zu sehen. Wirklich günstig fährt ein Boot quasi vom Strand zu den Bohrinseln. Neben Erklärungen zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten gibt es frittierte Sardinen, Brot, Wasser und Wein so viel man möchte.

 


Und sonst so?

Der Stadtstaat San Marion ist wirklich ums Eck, man kann dessen Hügel sogar von unserem Hoteldach aus sehen. Dieser wird vorzugsweise mit einer Seilbahn erklommen. Von San Marion aus offenbart sich an nicht diesigen Tagen ein Ausblick auf das Meer, die Romagna, die Marken oder gar auf die Hügel der Toskana.

Weitere Highlights, die es zweifellos wert sind, entdeckt zu werden sind San Leo und Ravenna, in der Kultur und Bummeln sich nicht ausschließen.

Mein absoluter Geheimtipp: Santarcangelo di Romagna – einfach ein italienischer Traum.


 

Die Freitagabende stehen hier wie in ganz Italien unter dem Motto: Sehen und gesehen werden, also heißt es sich schick zu machen mit möglichst viel gusto für la dolce vita! Jeder zeigt, was er hat. Hier haben wir Gelegenheit das Beste, was der Koffer her zu geben vermag, anzuziehen. Schwarz, sehr kurz und sommerlich sollte es für Frauen schon sein, um nicht gleich als Touristin erkannt zu werden. Die Lederschuhe der Italiener glänzen so sehr, dass man sich darin spiegeln kann. Jeder kann, aber keiner muss.

 

 

Wir schlendern durch die Gassen der Altstadt von Cesenatico, trinken einen Crodino, und Essen unser tägliches Eis, bevor wir wieder mit dem Rad zum Hotel zurückfahren. Denkt an Taschenlampen, denn meist geht das Licht an den hoteleigenen Fahrrädern nicht. Einig sind wir uns ebenfalls, wie respektvoll sowohl Autofahrer, Fußgänger als auch andere Radfahrer miteinander umgehen.

Unser Kellner im Hotel kennt uns mittlerweile mit dem Namen und freut sich immer wieder mit uns etwas deutsch zu sprechen.

Das Essen im Hotel finden wir so super, dass wir schon am Strand davon sprechen. Besonders gefällt mir der Fischabend und der täglich hausgemachte Nachtisch.

Die Woche geht so schnell vorbei, dass wir es nicht geschafft haben, eine Wanderung in der Romagna zu machen. Schade, dass der Urlaub nun schon wieder beendet ist - es gibt doch noch so viel zu entdecken.

Mein Fazit dieser Reise: Schön war´s und wir kommen sicher wieder!

Los geht´s am 25.05.2022

oder in den Sommerferien: